Ehevertrag

Ehevertrag

Ziemlich unromantisch, schon vor der Hochzeit einen Ehevertrag zu schließen und darin die Folgen einer Scheidung zu regeln? Nur auf den ersten Blick! Statistisch scheitert in Deutschland jede dritte Ehe, in Großstädten wie Hamburg leider sogar noch mehr. Hiervor sollten die Eheleute die Augen nicht verschließen und für einen solchen Fall Vorsorge treffen. Solange eine Scheidung von den Ehegatten als unwahrscheinlich und rein theoretisch angesehen wird, sind sie einer vernünftigen und ausgewogenen Regelung zugänglich. Ziehen erst einmal dunkle Wolken am Ehehimmel auf, ist es hierfür leider häufig zu spät. Ein frühzeitiger Ehevertrag führt deswegen nicht nur zu ausgewogenen Ergebnissen, sondern erspart den Beteiligten im Scheidungsfall zusätzliches Leid und kostenspielige gerichtliche Auseinandersetzungen.

Häufig empfiehlt es sich, den Ehevertrag schon vor der Hochzeit abzuschließen. Selbstverständlich können die Ehegatten ihn aber auch später vereinbaren. In beiden Fällen ist er notariell zu beurkunden. Der Notar berät Sie neutral über die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten und deren rechtliche Tragweite.

Haben die Eheleute keinen notariellen Ehevertrag geschlossen, leben Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Die Ehegatten könnten aber auch ehevertraglich Gütertrennung vereinbaren, wenn sie den Zugewinnausgleich bei Scheidung ausschließen wollen.

Statt der Gütertrennung ist häufig eine modifizierte Zugewinngemeinschaft interessengerechter, durch die auf den Einzelfall abgestimmt der gesetzliche Güterstand abgeändert wird. In der Regel ist dies der Gütertrennung vorzuziehen.

Der Güterstand der Gütergemeinschaft wird heute kaum noch vereinbart.

Neben dem Güterstand treffen die Eheleute in ihrem Ehevertrag häufig auch Regelungen zum nachehelichen Unterhalt und dem Versorgungsausgleich.

Durch Ehevertrag können die Eheleute ihre nachehelichen Unterhaltsansprüche anderweitig regeln, insbesondere Höhe und Dauer der Unterhaltsverpflichtung individuell vereinbaren. Auf den während des Bestehens der Ehe geschuldeten Unterhalt kann durch Ehevertrag nicht verzichtet werden. Auch kann der gesetzliche Unterhaltsanspruch von Kindern im Ehevertrag nicht beschränkt werden.